17.8.65 18:11
Eben spielte Klaus „Wir sind eine Jungenschar...". Das ruft „Jugenderinnerungen“ wach. Es war das erste Lied, was ich bei den Pfadfindern lernte. Heute kann es noch kaum einer. Ich erinnere mich, wie wir Wölflinge von Heimabend nach hause gingen und noch den ganzen Heimweg das Lied sangen. Auch dann noch, als ein teil den Jungfernheideweg weiterging, ein anderer durch den Park... ... ...
Doch zurück in das Jetzt.
Wir hatten zwei volle tage frei bekommen.
(den 16. und 17. August).
Ch packte also meinen Affen aus und um, borgte mir von Karu einen Kompass, von Nöck und zog zwischen 10:30 und 10:45 los. Ich wollte bis zur 1. Brücke die hinter der Jugendherberge laufen und von dort aus in die Cuillin Hills.
Aber noch vor der Brücke nahm mich ein Tommy mit seinem Land-rover mit.
Er fuhr nach Portree. Ich ließ mich bis zum Sligachan Inn mitnehmen. (Wo sich Klaus in den... (Bauch natürlich) beißen wollte, weil er den Bus anhalten ließ, um eine Brücke, vor duftem Hintergrund, zu fotoknipsieren und als wir dann weiter fuhren, sah, daß hinter der neuen eine alte Brücke war.)
Also an dem ort stieg ich aus, fragte in dem Hotel eine halbe Stunde nach Brot und Butter, bis ich das endlich von der Chefin sehr freundlich einschließlich „receipt“ bekam.
Dann zog ich in Richtung Süd-Westen los.
Nach einiger zeit konnte ich zwischen zwei Bergpässen wählen und nahm glücklicherweise den „rechten“(in jedem sinne).
Wo sich der „Allt Dearg Beag“ in zwei Arme trennt mach ich (um ungefähr 13:00) Mittag.
Oh diese „midges“! Ich kam kaum zum essen!
Dan wollte ich durch die Schlucht „Am Bastell“ weiter. Über mir 30-50m Steile Felswand, nach unten das Gleiche. Der „Weg“ wurde immer schwieriger, bis ich nach eine Stunde aufgeben mußte. Stand ich mit dem Rücken zum Abgrund zog mich der Affe hinunter, stand ich anders herum schob er mich hinab.
Ich traute mich nur noch auf allen vieren weiter, bis es nicht mehr ging.
Zurück noch mal eine halbe Stunde, bis ich halbwegs aus der Schlucht heraus war, dann einen anderen weg über „Meall Odhar“ und „Tobar nan vaislean“ bis ans Ende des letzterem.
Dort (um 17:00) suchte ich eine einiger maßen Windgeschützte Nacht „Unterkunft“ und kletterte dann weiter auf Tobar nan Vaislean herum.
Die Felsen waren furchtbar, alles lose, kaum ein sicherer halt.
Zum Lagerplatz zurückgekommen, aß ich in mitten einer Schafherde Abendbrot.
Später kamen aus dem Glen Brittle Wolken angezogen, tiefer als ich und schön weiß. An der Felswand krochen sie langsam herauf zu mir und senkten sich dann wieder hinunter.
Um 21:00 krabbelte ich ins Bett, obwohl es noch hell war. Hier oben waren übrigens keine Mücken.
Ich zog die Decken und die Kohtenbahn über den Kopf, damit es dunkel wurde, den Poncho aber nicht, damit er nicht von innen naß wurde.
Ich hörte nur noch Bachrauschen und die Schafe blöken.
Dann schlief ich ein.
Um Mitternacht fiel mir ein, daß ich meine Taschenuhr nicht aufgezogen hatte. Ich wachte auf und zog die Uhr dasselbe (nämlich auf) und schlief weiter.
Heute morgen blieb ich dann bis 9:00Uhr liegen, obwohl ich schon um 6:30 wach geworden war. Ich stellte fest, daß alle Schafe weg und in meinem Kochgeschirr, aus dem ich in der Nacht getrunken hatte, ein Regenwurm war.
Bald kam ein Schäfer mit zwei Hunden der mich fragte, ob es nicht in der Nacht zu kalt gewesen wäre, und mir dann mitteilte, daß er mit einigen anderen Leuten – die ich später sah – die Schafe ins Tal treiben wollte.
Ich wollte mich dann zum Abmarsch fertig machen, das klappte jedoch nicht ganz. Es begann nämlich zu regnen!
Ich hockte mich mit meinem Gepäck unter den Poncho und wartete.
Dann Frühstückte ich erst einmal (unterm Poncho) und wartete weiter.
Aber die Zeit wurde mir zu lang.
(Unterm Poncho) packte ich meinen Kram zusammen und rollte, mit vieler Mühe, meine Decken (schon wieder unterm Poncho) legte die Kohtenbahn zusammen (immer noch unterm Poncho) und schnürte den Affen zu ( an der selben Stelle). Dann marschierte ich los (wieder unter „ihm“ ).
Ich krabbelte also die steile und geröllige Wand zum Coire na Creiche hinunter. Hier unten regnete e nicht mehr. Ich aß ein zweites Frühstück, zog mir die Gummistiefel an, packte den Poncho weg, und ab gings über den Sumpf in Richtung „Brücke“ die ich wie auch einige andere, weiter entferntere orte von meinem Schlafplatz aus hatte sehen können.
Von der Brücke aus wanderte ich dann weiter die Straße in Richtung Jugendherberge, bis diese in Sicht kam.
Dann ging ich über den Fluß aß Mittagessen und hielt Mittagsschlaf bis 15:30, packte meinen Krempel zusammen und zog zur SYH (Scottisch-Youth-Hostel).
Ali
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